Erweiterte Kita-Regelbetreuung in RLP

Das Land Rheinland-Pfalz hat am 20. Mai 2020 das Konzept (Download) für die erweiterte Kinderbetreuung in den Kitas für die nächste Zeit vorgelegt. Dieses Konzept wurde in einer von der Bildungsministerin berufenen Arbeitsgruppe zusammen mit allen wichtigen Verbänden und Organisationen erarbeitet – auch der Landeselternausschuss (LEA) war vertreten.

Die Empfehlungen sind eine gute Nachricht für die Familien in Rheinland-Pfalz. Die Kitas werden kurzfristig geöffnet und alle Kinder sind dort wieder willkommen. Um den Bedarf der Kinder und Familien so weit wie möglich zu befriedigen, sollen ausdrücklich auch neue Kapazitäten – Personal und Räume – mit kreativen Lösungen aktiviert werden – auch wenn das Geld kosten wird, teilt der LEA mit.

Die wichtigsten Punkte des Konzepts sind:

  1. Es besteht Einigkeit, dass schnellstmöglich wieder ein bedarfsgerechtes Angebot in den Kitas vorhanden sein muss.
  2. Ab spätestens Anfang Juni sind alle Vorschulkinder in den Kitas eingeladen, miteinander den Abschluss der Kita-Zeit und einen guten Übergang in die Grundschule zu erleben.
  3. Ab Anfang Juni werden vor Ort je nach Möglichkeit der einzelnen Kita Betreuungssettings von bis zu 15 Kinder (statt bisher 10) ermöglicht, im Bereich der U3 Gruppen maximal 10 Kinder.
  4. Beschäftigte mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf werden auch weiterhin von der Präsenzarbeit freigestellt.
  5. Für Beschäftigte, die für die Präsenzarbeit ausfallen, sollen Vertretungskräfte gesucht werden, um die Kapazitäten aufzustocken.
  6. In Verantwortung der Jugendämter sollen durch provisorische Räume und Personalmaßnahmen schnellstmöglich zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden, um ein bedarfsgerechtes Angebot für die Eltern vorzuhalten.
  7. Kinder, die selbst wegen eines medizinischen Risikos nicht in die Kita gehen können, sollen durch kreative Maßnahmen (z.B. digitale Konzepte) durch diejenigen ErzieherInnen gefördert werden, die selbst für Präsenzen aus Gründen des medizinischen Risikos ausfallen.
  8. Ab Anfang Juni wird eine erweiterte Regelbetreuung geben, d.h. es wird zwei Betreuungsformen geben: Die erste Säule ist eine Betreuung im erforderlichen Umfang bei Eltern, die besondere Betreuungshärtefälle sind (z.B. Alleinerziehend, beide Eltern voll berufstätig und keine Betreuungsalternative) sowie bei kindbezogenen Gründen. Der Bedarf wird neu anhand transparenter objektiver Kriterien überprüft, es sind enge Maßstäbe anzulegen. Die Berufsgruppen der Eltern sind genauso unerheblich wie die Frage, ob bislang ein Notdienstplatz genutzt wurde. Die zweite Säule ist ein eingeschränktes verlässliches Angebot für alle Kinder, das sich auch auf Teilzeit, einzelne Tage oder nur Vormittags- bzw. Nachmittagsbetreuung erstrecken kann.
  9. Die Konzepte für die eingeschränkte Regelbetreuung sind GEMEINSAM MIT DER GESETZLICHEN ELTERNVERTRETUNG ZU ERARBEITEN. Es können kreative Lösungen abseits von bisherigen Standards gefunden werden, z.B. darf pro Betreuungsgruppe neben einer Facherzieherin auch eine Hilfskraft als zweite Aufsichtsperson eingesetzt werden – ggf. auch z.B. Eltern.
  10. Für alle Familien, die während der vorgesehenen Schließungszeiten eine Betreuung benötigen, wird eine solche Betreuung in Verantwortung des Jugendamtes angeboten – entweder in der Einrichtung selbst oder ausnahmsweise auch einrichtungsübergreifend.

Bis die Krise bewältigt ist, müssen die beschränkten Kapazitäten fair und bedarfsgerecht verteilt werden – und gleichzeitig die Beschränkung durch Ausbau von Kapazitäten und kreative Lösungen Stück für Stück überwunden werden.

Das Konzept bietet einen sehr guten Rahmen, der jetzt vor Ort erfolgreich umgesetzt werden muss. Die Einbindung der Elternausschüsse zur Erabeitung der Konzepte vor Ort wird ausdrücklich betont, so dass Ihnen in dieser Situation eine besondere Verantwortung zukommt. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir als StEA stehen gerne beratend zur Seite.

Weitere Infos zur Betreuung in Neustadt an der Weinstraße bekommen Sie auf der Homepage der Stadt Neustadt und Infos zu Kita und Schule in Zeiten von Corona auf der Webseite des Landes Rheinland-Pfalz.

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